Die letzten Jahre waren für alle Beteiligten der Lieferkette in Europa und der ganzen Welt eine Herausforderung. Die meisten Unternehmen hatten während der Coronavirus-Pandemie und angesichts internationaler Konflikte Schwierigkeiten, Reibungen in der Produktion und den Lieferungen zu vermeiden. Wie ist es Ihnen gelungen, die Lieferketten bei Dawn Foods in dieser Zeit zu stärken? Unsere Fragen wurden von Ronny Sauer, European Supply Chain Analyst bei diesem Unternehmen, beantwortet.
In diesen instabilen Zeiten ist die Fluidität der Versorgung eine echte Herausforderung. Wie wurde das Dock Scheduling bei Dawn Foods bisher gehandhabt?
Ronny Sauer: In unseren Lagern in Europa gab es kein Zeitfenster-Buchungsverfahren. Es kam oft vor, dass mehrere Lkw gleichzeitig im Lager eintrafen, was zu Stress, langen Wartezeiten und steigenden Standgeldkosten führte. Andere Branchen, wie die Automobilindustrie, sind bereits an Zeitfenster-Management-Systeme gewöhnt. In der Lebensmittelbranche stecken solche Lösungen noch in den Kinderschuhen, aber sie werden bald zum Standard gehören.
Und wie gehen Sie die Umgestaltung der Logistikprozesse an, insbesondere die Digitalisierung?
Dawn Foods ist weltweit auf dem Weg zur Digitalisierung, und Dawn Foods Europe ist in diese digitale Reise sehr stark eingebunden. Wir sind uns bewusst, dass effiziente Logistikprozesse entscheidend für den Erfolg des gesamten Unternehmens und für die Kundenzufriedenheit sind. Unsere Outbound-Logistik ist vollständig automatisiert und digital, und wir konzentrieren uns jetzt mehr und mehr auf den Inbound-Logistikprozessen. Während der Pandemie war der Markt sehr instabil, und ein zunehmender “Bullwhip-Effekt” führte zu allgemeinen Unterbrechungen in unseren Lieferketten. (Der “Bullwhip-Effekt” führt zu übermäßiger Lagerhaltung, weil die Nachfrage nicht genau geplant werden kann).





